Notfallkonzept
Notfallkonzept (Stand 02.2026)
Allgemeines
Das Notfallkonzept der JDAV NRW findet auf allen Veranstaltungen der JDAV NRW Anwendung, bei denen mehrere geführte Teilgruppen unterwegs sind (ausgenommen: Jugendleiter*innen-Schulungen). Die Veranstaltungsleitung ist für die Umsetzung verantwortlich. Das Notfallkonzept besteht aus mehreren Säulen:
- Sensibilisierung
- Notfallkontaktliste
- Notfall-Chatgruppe
- Notfallkoordination
- Checkkarten
1. Sensibilisierung
Zu Beginn jeder Veranstaltung der JDAV NRW erfolgt eine Sensibilisierung und Einweisung aller Jugendleitenden (JL). Das nachfolgende Notfallkonzept wird gemeinsam besprochen. Ziel ist, dass sich alle Beteiligten über ihre Rolle und damit verbundenen Verantwortlichkeiten und Aufgaben im Klaren sind.
Dabei soll auch auf die lokale(n) Notrufnummer(n) und geeignete Notruf-Apps hingewiesen werden (z.B. SOS-EU-ALP, REGA).
2. Notfallkontaktlisten
Große Liste:
Die große Notfallkontaktliste enthält alle Notfallkontakte und Anschriften aller Anwesenden. Sie wird vor der Veranstaltung vorbereitet. Am ersten Tag der Veranstaltung wird sie vor Ort auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft und am gleichen Tag per Mail an die Landesjugendleitung (notfall@jdav-nrw.de) geschickt. Zugang zur Liste hat vor Ort die Veranstaltungsleitung und die Notfallkoordination.
Kleine Liste:
Die kleine Liste enthält Namen und Telefonnummern aller Jugendleitenden vor Ort sowie alle lokalen Notrufnummern, Nummer der Unterkunft etc. Sie wird zu Beginn unter allen Jugendleitenden verteilt (z.B. per Notfall-Chatgruppe).
3. Notfall-Chatgruppe
Vor der Veranstaltung wird eine Chatgruppe (i.d.R. Signal) mit den Personen erstellt, die vor Ort Verantwortung für Teilnehmende (TN) übernehmen (i.d.R. alle JL, aber z.B. keine JL, die als TN mitfahren).
Diese Gruppe ist ausschließlich für die Kommunikation im Rahmen des Notfallkonzeptes gedacht. Dazu gehört z.B. die obligatorische Tourennachricht vor dem Losgehen. Allgemeine Orga und Austausch muss in einem anderen Rahmen erfolgen.
Tourennachricht
Kurz vor dem Losgehen schickt jede Kleingruppe eine Tourennachricht in die Notfall-Chatgruppe. Diese beinhaltet folgende Infos:
- Ansprechperson (muss auf Tour erreichbar sein)
- weitere JL
- (eindeutige) Namen der TN (ggf. mit Nachnamen)
- Aktivität
- Ziel und Route
- Startzeit
- voraussichtliche Rückkehrzeit (kann im Laufe der Tour noch aktualisiert werden)
Eine Vorlage für die Nachricht befindet sich in der Gruppenbeschreibung der Notfall-Chatgruppe. Die Nachricht wird nach vollständiger Rückkehr der Gruppe von dieser wieder gelöscht. Die Ansprechperson muss ihre mobilen Daten aktiviert, das Handy auf laut und bei Bedarf eine Powerbank dabeihaben.
4. Notfallkoordination
Eine Person vor Ort ist im Krisenfall zentrale Ansprechperson (Notfallkoordination). Sie übernimmt im Krisenfall die Kommunikation mit dem KIT (Kriseninterventionsteam) und zu den JL vor Ort. Jede externe Kommunikation im Notfall sollte von ihr ausgehen oder mit ihr abgestimmt sein (außer Notruf!). Sie hat einen Überblick über alle Aktivitäten des Tages, hat Zugriff auf die große Notfallkontaktliste und ist durchgehend erreichbar. Um dies zu gewährleisten hat die Notfallkoordination keine Gruppenverantwortung.
Die Person in der Rolle der Notfallkoordination kann täglich wechseln. Dies muss jedoch tagesaktuell in der Notfall-Chatgruppe vermerkt werden und allen JL bekannt sein.
5. Checkkarten
Für die Rollen Jugendleiter*in und Notfallkoordination gibt es Checkkarten als Hilfestellung für ein strukturiertes Handeln in einer Notfallsituation. Diese müssen den entsprechenden Personen zu Beginn der Veranstaltung ausgehändigt und ggf. weitergegeben werden.
6. Rollen & Verantwortlichkeiten im Notfall
Je nach Situation sind nicht alle Schritte erforderlich. Ziel ist es, dass alle Beteiligten handlungsfähig bleiben. Die genannten Stellen sollen nach Bedarf hinzugezogen werden, sobald sich die Personen der Situation alleine nicht mehr gewachsen fühlen.
Jugendleiter*innen (JL):
- JL leisten erste Hilfe vor Ort
- Alarmieren die professionelle Rettung (Notruf etc.)
- Informieren die Notallkoordination über das Geschehen
- Stimmen mit der Notfallkoordination weitere Maßnahmen und, wenn nötig, das Hinzuziehen weiterer Stellen ab
Notfallkoordination:
Stimmt mit JL vor Ort weitere Maßnahmen ab und zieht, wenn nötig, weitere Stellen hinzu. Dazu gehören z.B.:
- Unterstützung vor Ort organisieren (z.B. andere JL)
- Alarmierung des DAV-Kriseninterventionsteams (KIT) und Ansprechperson für KIT
- Abstimmen, wer Notfallkontakte informiert
- Kommunikation in die Notfall-Chatgruppe
- Info an Landesjugendleitung mit kurzer Beschreibung des Geschehens (E-Mail)
Anhang: Fallbeispiele
Fallbeispiel 1:
Ein*e TN bleibt beim Wandern in Dornen hängen und hat mehrere kleine Schnittverletzungen.
- JL vor Ort leisten Erste Hilfe, fühlen sich der Situation gewachsen
- Die Aktion kann fortgesetzt werden.
- Keine weiteren Maßnahmen (keine Nachricht an Notfallkoordinator etc.)
Fallbeispiel 2:
Ein*e TN hat Höhenkrankheit und kann nicht weitergehen. Die Gruppe entscheidet sich dazu umzudrehen. Eine professionelle Rettung ist nicht notwendig.
- JL schreiben kurze Infonachricht in Notfall-Chatgruppe
JL fühlen sich der Situation gewachsen:
- Keine weiteren Maßnahmen
ODER: JL fühlen sich der Situation NICHT gewachsen:
- Information an Notfallkoordination
- Gemeinsames Beraten über weiteres Vorgehen. Insbesondere ob weitere Unterstützung notwendig ist (andere JL, professionelle Rettung).
Fallbeispiel 3:
Ein*e TN bricht sich einen Knochen. Weitergehen ist nicht möglich. Es besteht jedoch keine akut lebensbedrohliche/kritische Situation.
- JL vor Ort leisten Erste Hilfe
- JL vor Ort alarmieren professionelle Rettung; Handy nutzen, welches danach für Rettungsdienst erreichbar bleibt
- Information an Notfallkoordination (Rücksprache, ob Eltern im Verlauf durch TN oder Notfallkoordination informiert werden)
- Kurzfristige Info-Mail durch Notfallkoordination an notfall@jdav-nrw.de
- Kurzfristige Information an andere JL durch Notfallkoordination in Notfall-Chatgruppe
Fallbeispiel 4:
Ein*e TN stürzt ab. Die Person ist bewusstlos und schwer verletzt.
- JL vor Ort leisten Erste Hilfe
- JL vor Ort alarmieren professionelle Rettung; Handy nutzen, welches danach für Rettungsdienst erreichbar bleibt
- Information an Notfallkoordination
- Notfallkoordination informiert DAV-Kriseninterventionsteam (KIT)
- Info durch Notfallkoordination an notfall@jdav-nrw.de über Vorfall und dass das KIT informiert wurde
- Alle weiteren Informationsaustausche im Ermessen des KITs
Fallbeispiel 5:
Eine fremde 2er Seilschaft in der Nachbarroute stürzt bis zum Wandfuß ab. Die professionelle Rettung wurde eingeleitet. Die eigene Gruppe ist durch dieses Ereignis psychisch stark belastet.
JL fühlen sich der Situation gewachsen:
- Keine weiteren Maßnahmen für eigene Gruppe
- Regelmäßige Reevaluation, ob weitere Unterstützung (z.B. aufgrund psychischer Belastung) im Verlauf notwendig ist
JL fühlt sich Situation nicht gewachsen:
- Hinzuziehen des Notfallkoordinators, gemeinsames Beraten
- Ggf. Hinzuziehen weiterer Unterstützung (andere JL, Rettung für eigene Gruppe,...)
Downloads
Checkkarten Notfallkoordination